Endometriose, Stress und Gewicht – was sagt die Wissenschaft?
Stand September 2026
Ich bekomme zur Zeit auf Instagramm immer wieder Beiträge vorgeschlage, die sehr vereinfacht sagen, das Cortisol der Grund für die Gewichtszunahme bei Endometriose ist. Da mich dieser Zusammenhang interessiert, habe ich mich etwas in diese Thematik vertieft. Ich habe mir danach meine Ergebnisse von Chatgpt zusammenfassen lassen:
Endometriose wird zunehmend nicht mehr nur als Erkrankung der Gebärmutter und des Beckens verstanden. Es handelt sich um eine komplexe, chronisch entzündliche Erkrankung, bei der auch das Immunsystem, das Nervensystem und Stoffwechselprozesse eine Rolle spielen.
Kann Endometriose den Stoffwechsel beeinflussen?
Neuere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Frauen mit Endometriose möglicherweise ein erhöhtes Risiko für bestimmte Stoffwechselveränderungen haben. In einer populationsbasierten Studie war ein metabolisches Syndrom – also das gemeinsame Auftreten verschiedener Risikofaktoren wie erhöhter Blutdruck, ungünstige Blutfettwerte und vermehrtes Bauchfett – bei Frauen mit Endometriose häufiger als bei Frauen ohne Endometriose.
Auch sogenannte Adipokine, also Botenstoffe des Fettgewebes, könnten eine Rolle spielen. Besonders Leptin und Adiponektin werden derzeit untersucht, weil sie sowohl den Stoffwechsel als auch Entzündungsprozesse beeinflussen können. Eine Meta-Analyse fand bei Frauen mit Endometriose höhere Leptin- und niedrigere Adiponektinwerte.
Und was ist mit Cortisol?
Häufig liest man im Internet, Endometriose führe durch eine chronische Entzündung zu dauerhaft erhöhtem Cortisol und dadurch zu einer Gewichtszunahme.
So eindeutig lässt sich das nach heutigem Wissensstand jedoch nicht sagen.
Es gibt Hinweise darauf, dass Endometriose und insbesondere chronische Schmerzen die sogenannte Stressachse (HPA-Achse) beeinflussen können. Die bisherigen Studien sprechen allerdings eher für eine veränderte Regulation dieser Stressachse als für ein bei allen Patientinnen dauerhaft erhöhtes Cortisol.
Macht Endometriose also dick?
Auch hierfür gibt es derzeit keinen einfachen wissenschaftlichen Beleg. Der Zusammenhang zwischen Endometriose und Körpergewicht ist komplex. Studien zeigen teilweise sogar eine inverse Beziehung zwischen BMI und dem Auftreten von Endometriose. Gleichzeitig gibt es Hinweise darauf, dass Endometriose und Übergewicht über Entzündungs- und Stoffwechselwege miteinander verbunden sein könnten.
Eine Gewichtszunahme sollte deshalb nicht automatisch mit „zu viel Cortisol durch Endometriose“ erklärt werden. Vielmehr können viele Faktoren zusammenspielen – darunter Bewegung, Ernährung, Schlaf, Stress, chronische Schmerzen, hormonelle Veränderungen und individuelle Stoffwechselverhältnisse.
Was wissen wir heute?
Die Forschung zeigt zunehmend, dass Endometriose eine systemisch relevante Erkrankung sein kann und dass Entzündung, Nervensystem, Stressregulation und Stoffwechsel miteinander verbunden sind. Wie genau diese Zusammenhänge funktionieren und welche Patientinnen davon besonders betroffen sind, ist Gegenstand aktueller Forschung.
Wichtig: Endometriose ist nicht die einfache Erklärung für jede Gewichtszunahme. Ebenso wenig bedeutet eine Gewichtszunahme, dass eine Patientin „zu viel Cortisol“ hat. Eine individuelle Abklärung ist wesentlich sinnvoller als eine pauschale Erklärung durch die Endometriose.





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